| Trashscapes
- Konzept
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| Zur Single "Trashscapes" aus dem neuen Album "Berlinette" der Berliner Künstlerin Ellen Allien wird ein Musikvideo hergestellt. Es geht um die konkrete Nutzung (Musiksender MTV, Viva). Man unterwirft sich aber nicht total den Regeln des Marktes. Nach dem Abbau der genrespezifischen Sendungen (wie etwa Electronic Beats, Fast Forward), die als erstlinige Auswerter hätten betrachtet werden können, kann sich das Musikvideo nicht mehr darauf verlassen, durch das Fernsehen Sichtbarkeit zu erlangen. Diese Form der Auswertung ist über die letzten Jahre konsequent demontiert worden. Der reduzierte Werbeeffekt führt zur Reduktion von Budgets. Kleinere Labels, wie das Berliner Label bpitchcontrol (das Ellen Allien seit 1999 netzwerkförmig betreibt), sind nicht in der Lage, riesige Etats für gleichzeitig kleine Werbewirksamkeit zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig hat sich das Musikvideo als eigenständige Kunstform längst etabliert. Es gilt, selbsttätig neue Formen der Präsentation zu finden - jenseits von massenmedialen, mehrheitsfähigen Entscheidungsprozessen. Deswegen wird, neben dem auf einem einzelnen Bildschirm zu benutzenden Medium, auch eine DVD erstellt, die als etwas längere Installation im Raum präsentiert wird und auf der internationalen Tour zum Album aufgebaut wird (s. Skizze). Zum Album "Berlinette" erscheint auf Bpitchcontrol ein Buch mit den Geschichten der Vielreisenden. Erfahrungen, Sichtweisen, Fantasien, Fragmente. In Trashscapes sprich-singt Ellen Allien von der Verwunderung über die Unmöglichkeit der Übertragung sprachlichen Inhalts von einem System in das andere. Eine wiederkehrende alltägliche Erfahrung: die Schwierigkeit der Content-Verschiebung in andere Formen, wird zur künstlerischen Auseinandersetzung. Mit der Choreographie des Künstlers Nik Haffner innerhalb des Bühnenbilds aus so verschiedenen Materialien wie synthetischem Beton und Spiegeln, wird der filmische Raum aufgelöst. Davor/Dahinter-Systeme verschwimmen für den Betrachter. Der Tänzer navigiert frei im Raum: durch diese Erweiterung mit Hilfe einer dreiflächigen Projektion, werden Details von körperlichen Bewegungen den Ereignissen innerhalb der Musik zugeordnet. Es entsteht ein Gang durch einen aufgelösten Raum und der synergetische Zusammenhang von Sehen/Hören wird körperlich spürbar. Das Musikvideo und die DVD sind Teil der Diplomarbeit von Angelika Lepper (Titel: Leben mit Kurven) an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung im FB Medienkunst.
Personen Die Künstlerin Ellen Allien beschäftigt sich in ihrer Arbeit seit Jahren mit der Fragmentierung des Alltags in der heutigen Urbanität Berlins. Ihr neues Album "Berlinette" spiegelt die Erfahrungen ihrer ganz subjektiven Sicht auf die Welt. Seit über zehn Jahren bereist sie als DJ den Globus. Kehrt trotzdem - oder gerade deshalb - immer wieder in ihren Mikrokosmos zurück. Die Strategie des Nach-Hause-Kommens, gerade in die Nach-Nach-Wende-Realität Berlins, wurde in ihrer Arbeit wiederholt thematisiert. War sie auf ihrem ersten Album noch das "Stadtkind", auf der Suche nach Identität innerhalb ihrer Ursprünge, so nimmt sie heute Besitz von der Welt, die sie als "Berlinette" mitgestaltet. Die Arbeit zeugt von ihrer Auseinandersetzung mit dem Wesentlichen, dessen Fragmente sie zur neuen Realität zusammenfügt. Gleichzeitig ist "Berlinette" aber kein Konzeptalbum , sondern Spiegel der komplexen Arbeit der Künstlerin. Es geht um eine Suche, den Versuch ihren regen Interessen, Tätigkeiten und ihrer Persönlichkeit Rechnung zu tragen. Und damit um die Verteidigung der Subjektivität als einziger Wahrheit. Die Medienkünstlerin Angelika Lepper studiert seit 1998 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung. Sie beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten medialen Formen. Ihre filmische Arbeit umfasst das (experimentelle) Musikvideo ebenso wie den längeren Dokumentarfilm. Über ihre Themenwahl sucht sich nach anderen filmischen Ausdrucksformen, die sich gegen Genregrenzen sperren. Mit Ellen Allien verbindet sie eine jahrelange Freundschaft und gelegentliche Zusammenarbeit. Seit 1992 ist auch sie als DJ und Musikerin rund um den Globus unterwegs. Der Tänzer, Choreograph und IT-Spezialist Nik Haffner [* 1969, Aachen, D] studierte Kunstgeschichte an der Justus-Liebig Universität in Gießen und Tanz an der Australian Ballet School in Melbourne. Seit 1994 ist er Ensemblemitglied des Ballett Frankfurt. Neben seiner Tätigkeit als Tänzer und Choreograph, begann Haffner in den letzten Jahren zunehmend in den Bereichen Film und Multimedia Arbeiten zu konzipieren, so z.B. mehrere Videoinstallationen für Stücke von William Forsythe. 1999 war Haffner an der Konzeption und Realisation des CD-ROM-Projektes des ZKM Improvisation Technologies. A Tool for the Analytical Dance Eye von William Forsythe beteiligt [zkm digital arts edition: special issue, 1999]. Für die Mode-Designerin Melanie Merio, Gewinnerin des young fashion awards der Wiener Modetage 2002 (auf ihrer website schreibt sie: ‚i offer you: fashion shows, styling, manufacture according to measure. what i love to do is to print, for example pictures on shirts, dresses, overalls, underwear, bags...if you want to do the same, to have your boyfriend on your underwear, or your pet on your bag send me a mail. if you want something else be printed on your outfit let me know! kontakt me Melanie Merio, Porzellangasse 14-16 -1090 Vienna), ist die Fragmentierung ebenso künstlerische Strategie. Aus Second-Hand-Kleidung und unterschiedlichsten anderen Materialien erarbeitet sie sehr persönliche Kleidungsstücke - auch auf den Träger/die Trägerin abgestimmt. Stecknadeln, Schere, Klebstoff scheinen immer ihre Begleiter zu sein. Mit unbezwingbarem Enthusiasmus zeigt sie ihre Kreationen bei Modenschauen ebenso wie auf Parties oder an den Körpern auftretender MusikerInnen. Der Produkt- und Set-Designer Daniel Juric studiert seit 1997 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung. Er beschäftigt sich mit der Gestaltung der unterschiedlichsten Räume - sowohl tatsächlicher als auch virtueller Art. An diversen Filmprojekten der HfG und anderen Hochschulen zeichnet er für das Set-Design verantwortlich. Die mehrfach ausgezeichnete Cafeteria der HfG hat er mit anderen konzipiert und realisiert. |